50 Weed Hymnen 3

gepostet in NEWS | 20 April 2012, 10:38 Uhr | 2 Comments

Weed und Rap – eine Kombination wie Faust/Fresse oder Arsch/Eimer. Seit 25 Jahren beackern MCs ihr Kiffertum in den unterschiedlichsten Arten und Weisen und bieten dabei ein Spektrum von glorifizierenden Liebeserklärungen an Mary Jane bis hin zu abgründigen Paranoia-Tales. JUICE hat die 50 grünsten HipHop-Hymnen der Geschichte zusammengestellt.

21 Busta Rhymes
»Get High Tonight« (1997)
Irgendwo auf »When Disaster Strikes« musste Busta ja mal einen Gang runterschalten. Passiert hier aber nicht. Der Beat gibt sich entspannt, die Hook lässt sich halbwegs unstressig mitschunkeln, aber Busta scheint auf Weed eher durchzudrehen als zu relaxen: Das hier ist straight up »Woo-Hah«-Gehampel mit Tourette-Adlibs, schiefem Singsang, unvermitteltem Gebrüll, »Yo«, »Uh« und »Ah«. Super. (ml)

22 Devin The Dude
»Sticky Green« (1998)
Trekkies haben Spock, Christen haben Jesus und Kiffer haben Devin. Auf dem Cover seines Debüts hockt er Zeitung lesend auf dem Scheißhaus und hat dabei ein ordentliches Rohr am Rauchen. »I love to blow weed« stellt er auf seinem Song mit H-Town O.G. Scarface klar. Yeah, dude. (ao)

23 Kinderzimmer Productions
»Marihuana« (1998)
Eigentlich ist das nicht wirklich eine Kifferhymne: Textor beschwert sich in der ersten Strophe über verblödete Dope-Schnorrer und in der zweiten über das schläfrige »Party«-Verhalten von Kiffern – Cannabisverherrlichung klingt jedenfalls anders. Aber bekifft kann man ja auch ganz wunderbar nicht zuhören. Und der hypnotische Refrain geht gerade dann runter wie Haschöl. (ml)

24 RAG
»Westwind« (1998)
Insbesondere Aphroes zweite Strophe gehört zu den lyrischsten Liebeserklärungen an ­»Marie ­Huana«. Gleichzeitig zeigt der Ruhrpott-MC ­negative Folgen wie Faulheit, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Verfolgungswahn und Paranoia auf, ohne den Zeigefinger auch nur einen Millimeter zu erheben. (scs)

25 Lootpack
»Weededed« (1999)
Otis Jackson Jr. ist ein lebendiges Grastütchen. Dieser Song vom ersten Lootpack-Album steht stellvertretend für Madlibs musikalisches Gesamtwerk, eine einzige Ode an das klebrige Grüne. (pl)

26 Dr. Dre feat. Snoop & Nate Dogg
»The Next Episode« (1999)
Bei diesem Track stürmen heute noch die verkiff­testen Hänger auf die Tanzfläche. Trotzdem hat sich der Song dank Nate Doggs legendärem Adlib »Hey, hey, hey, hey/Smoke weed everyday« einen Platz in dieser Liste redlich verdient. (fm)


Dr. Dre & Snoop Dogg – The Next Episode von DaLloyd

27 Dynamite Deluxe
»Grüne Brille« (2000)
Samy und Eizi mit Augen auf Standby. Fürs Selbstverständnis ein damals überaus wichtiger Song, darüber hinaus eine ehrliche und liebevolle Lobhudelei und Jans entwaffnend ehrliches Statement »Ohne sie hätt’ ich vorm Leben Schiss« hängt mir immer noch in den Synapsen fest. (pl)


Samy Deluxe & Jan Delay – Grüne Brille von DaLloyd

28 Creutzfeld & Jakob
»Zugzwang« (2000)
Einer der wenigen guten Weed-Rap-Songs auf Deutsch. Das Zwanghafte am Weed-Konsum wird schon im Titel gut veranschaulicht. (om)

29 Quasimoto
»Green Power« (2000)
Quasimoto ist ja eher was für die bong- und book­smarten Hänger mit C. G. Jung im Regal, die sich nach dem fünften Kopf über Schrödingers Katze unterhalten. Madlib choppt die psychedelischen Mandrill, holt Melvin Van Peebles mit ins Boot und fertig ist dieser großartige Festgesang auf den funktionierenden Weed-Handel. (nn)

30 Curse
»Unter 4 Augen« (2000)
Teetrinker Curse verabschiedete sich bereits auf seinem Debütalbum vom anderen grünen Kraut und griff fürs gerappte Servus tief in die ­Metaphernkiste. Sein Flirt mit der betörenden ­Afghanin brachte dem Mindener MC aber nicht den Seelenfrieden, sondern Psychosen. Der Respekt blieb. »Irgendwann sehen wir uns wieder/vielleicht, vielleicht auch nicht/Doch bis dahin bleib ich solo und high vom Augenblick.« (ae)

31 Nas
»Smokin’« (2001)
»Stillmatic«, ein Kabinettstück der Promenaden­lyrik. Neben der Narkosespritze für den Jiggaman ist darauf auch dieses wunderbare Loblied auf die Treue und Rechtschaffenheit unter Straßentickern und Messerschleifern zu finden. Es beschreibt quasi die Aufnahme in den elitären Kreis der Hehler und Kanaillen. Und wie feiert man die Aufnahme? Selbstverständlich mit einem dicken Spliff. (nn)

32 Memphis Bleek
»I Get High« (2001)
Gleichgewichtsgymnastik mitten auf der Straße, Bullenfinger in jeder Hosentasche, Beschlagnahme der Fahrerlaubnis, gerichtsmedizinisches Fixbesteck in die Armbeuge, dann Dispo leerräumen, ein Jahr lang Pipi spenden und sich für blöd verkaufen lassen – bekifft Autofahren kann sauber ins Auge gehen. Memphis Bleek ist das egal: »I love gettin’ high while I drive.« Super Song zum Lowriden – auch in der Straßenbahn. (ml)

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Illustrationen: Anna-Lina Balke

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