50 Cent The Lost Tape (Mixtape)

gepostet in Frontpage, NEWS | 23 Mai 2012, 10:24 Uhr | 2 Comments

50 Cent hat ein neues Mixtape. Nun ist es mittlerweile so weit gekommen, dass man kurz überlegt, ob man sich das überhaupt anhören möchte. Der MC, der das amüsante tyrannisieren und triezen von lästigen Rapper-Kollegen so beherrschte wie kaum ein Anderer, hat leider an Relevanz verloren.

Er gehört zwar weiterhin zu den Reichsten, die jemals das Mikrofon angefasst haben, ist trotz bildungsfernem Hintergrund ein äußerst gewiefter und weitsichtiger Geschäftsmann, seine letzten Alben haben seinem Hauptargument »Ich verkaufe viele Platten, du verkaufst nicht viele Platten« jedoch ziemlich lächerlich aussehen lassen.

Nun das »The Lost Tape«-Mixtape. Ein Gangsta Grillz-Projekt von 50 Cent und DJ Drama. Und was soll man sagen? Es klingt gut. Es geht wirklich mehr als klar. Gleich der zweite von Tone Mason produzierte Song »Double Up« hätte ohne weiteres auf 50s Meilensteinen »Get Rich Or Die Tryin’« oder »The Massacre« neben all den anderen Hits bestehen können. Ein gepitchter Gitarrenloop, richtig schicke Drums und halt 50s Trademark-Flow, der so simpel und lässig erscheint und für den wir Curtis ja einst so sehr gefeiert haben. Richtig super. »Murder One« mit Patois-Swag, AraabMuzik am Beat – und der Typ hat sich hier ganz ungewohnt so richtig zurückgehalten was die Chops angeht. Voll gut. Mike Will bringt auf »O.J.« das sonnige Atlanta nach New York, Fiddys Neu-Signing Kidd Kidd liefert überraschend dope ab (wie auf all seinen drei Features) und der Capo bringt ein paar absurde Pick-Up-Lines mit O.J. Simpson-Referenzen, die man selbst allerdings nicht wirklich im gemeinen Disco-Alltag bringen kann. »O.J.« könnte 50 wahrlich zurück in den Club bringen, ein Ort, den seine letzten Songs stur vermieden haben. Hit.

Ehrlichkeit währt am längsten. »I Ain’t Gonna Lie« mit Robbie Nova. Auf den ersten Blick recht käsig, genauer betrachtet sind das rigorose Vermeiden von Lügen und die vermeintliche »Biggie-R.Kelly«-Hommage letztendlich doch sehr lustige und kreative Abschlepp-Tipps. »Complicated« passt ebenfalls, »You A Killer…Cool« macht sich über Studio Gangster lustig. Braucht man heute zwar nicht mehr, aber der Beat und 50s Bass in der Stimme erinnern an großartige »How To Rob«-Zeiten. Ausrauben, ja Mann. Der Schluss-Track »All His Love« klingt als wurde er von der »Detox-Files-2004«-Festplatte in den »Lost Tapes«-Ordner geschoben. Es steht zwar nicht Dr.Dre drauf, die Chords und Drums klingen allerdings so, als wäre es Zulieferungsmaterial für die Beatschmiede des Headphone-Herstellers. Ein Song für das Auto.

Auf dem Mixtape passieren zwar keine weltbewegenden Dinge. Die Tatsache, dass 50 es allerdings noch nicht verlernt hat, gute Songs zu schreiben, stimmt uns freudig. Für den 2. Juli ist sein fünftes Soloalbum angekündigt.


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(nn)

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